.achtundvierzig.

Ich sitze auf ihr. Meine Hände streichen  durch ihr dickes braunes Haar. Sie trottet langsam vorwärts. Ich spüre ihre Kraft. Spüre die Muskeln. Höre das Grollen. Höre das Klirren der Ketten.

Sie ist riesig. Ihr Aussehen schrecklich. Und doch spüre ich ihre Wärme. Ich sitze auf ihr seit ich lebe. Sie ist schon immer bei mir gewesen. Genau wie die Ketten. Wir kommen nur langsam voran.

Wer ist sie?

Sie ist ein Teil von mir. Ja, mehr sogar. Sie ist ich.

Und wir verlieren langsam die Ketten. Di Ketten der Angst.

Sie wird ungezügelter. Ohne diese Ketten ist sie zu allem fähig. Es gibt nichts mehr was sie zurückhält. Sie ist fähig jeden Gipfel in wenigen Augenblicken zu bezwingen. Bereit und fähig jede*n zu zerreißen, zu verführen und zu benutzen.

Verliert sie die Ketten, verliert sie Gewissen und Skrupel. Denn diese bestehen nur aus Angst. Die Angst Personen, könnten auf sie böse sein, wenn sie sie nicht habe.

Doch sie wird auch auf den Abgrund zu renne ohne diese Ketten. Wird mit mir hinabstürzen und sterben.

Ich spüre, wie ich mich von meiner Grundangst befreie. Ich spüre, wie ich freier werde.

Der Ritt wird schneller und härter. Grausamer. Grausamer für alle anderen Wesen. Wir werden frei. Werden großartig sein. Denn sie ist das schrecklichste und großartigste Wesen, das es je gegeben hat und je geben wird.

Gemeinsam sind wir ich. Und gemeinsam können wir die Welt zerstören oder die Welt retten. Aber vorher werden wir uns in den Abgrund stürzen.

Denn dies ist nicht unsere Welt.

Bisher haben wir sie nicht verlassen, weil die Ketten uns daran gehindert haben, nah genug an den Abgrund zu treten, um zu springen.

Doch der Wunsch des Ausstiegs war immer da. Wurde immer stärker. Doch die Angst vor Enttäuschung und Hass, der anderen Personen war zu groß, um den Sprung aus dieser Welt zu wagen.

Ohne diese Angst, können wir es tun. Doch ohne die Angst, können wir auch zu dem werden, was wir sind. Können frei und unbeschwert leben. Wir sein.

Wir können aber auch frei und unbeschwert sterben.

Wir reiten weiter. Ich spüre ihre Haare. Ihre Kraft. Spüre die schnelleren Schritte. Höre das Klirren. Die Ketten lockern sich weiter. Wir ziehen weiter. Verlassen die Stadt. Doch nicht diese Welt. Noch nicht.

Wir ziehen immer weiter. Sind immer auf dem Weg. Immer einsam. Wir sind anders als die anderen. Das macht uns einsam und glücklich. Traurig und großartig. Wertlos und froh.

Immer weiter. Immer freier.

Bis zum Schluss.

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