.vierunddreißig.

Der Wind weht. Es ist warm. Die Sonne scheint. Der Acker ist leer. Leer von Leben. Der Acker ist gefüllt mit Tod.

Jetzt wachsen hier Mohnblumen. Er füllt sich mit neuem Leben, doch der Tod wird immer Teil von ihm sein.

Vor nicht allzu langer Zeit hatte er noch gesehen, wie sich Menschen gegenseitig abschlachteten. Warum weiß er auch nicht.

Irgendeine Scheiße von Vaterland oder so war wohl der Grund.  Irgendein abstraktes sinnloses Konzept für das sich diese Millionen Menschen gegenseitig abschlachteten. Sie kannten sich nicht. Und doch hassten sie sich. Nicht persönlich. Nur das Volk. Völker zu hassen ist einfacher, die können nicht kennen gelernt werden.

Ist auch so eine erfundene Kategorie.

Menschen befehlen Menschen, Menschen zu töten für erfundene  Kategorien und Zufälle.

Und Menschen machen dabei mit. Menschen gehorchen den anderen Menschen.

Und dann sind sie tot.

Wofür?

Er versteht es nicht. Wenn alle diese Millionen Menschen sich nicht gegenseitig umgebracht hätten, wäre nichts groß anders gewesen. Nur dass eben Millionen noch Leben gelebt hätten, Erfahrungen gemacht hätten, geliebt, gestritten, gewütet und geküsst hätten.

Doch nun wachsen auf ihm die Mohnblumen.

Irgendwann werden sie wieder zertrampelt werden von den Stiefeln der Mörder*innen.

Er wird immer wieder das gleiche sehen. Immer wieder werden sich Menschen gegenseitig ermorden ohne einen sinnvollen Grund, denn den gibt es nicht.

Aber auch in tausenden Jahren wird es wohl niemand verstanden haben, denkt er sich.

Für einen Augenblick der Geschichte herrscht auf ihm die Ruhe , doch der Frieden wird nie eintreten.

Hier auf dem Acker. Die schönen Mohnblumen. In Flandern.

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